Mittwoch, 21. Juni 2017

Rezension: "Das Herz des Verräters" von Mary E. Pearson

Das Buch ist beendet und ich weiß nicht, wie ich es finden soll. Es ließ sich gut lesen, genau wie Band I, aber...
In Band II der Chroniken der Verbliebenden geht es um Lia, die nun in Venda gefangen ist. Auch Rafe ist dort und Kaden schlägt sich immer öfter auf Lias Seite. Wird Lia sich in Venda einleben oder wird sie fliehen können?


Am Anfang dauerte es mir zu lange, bis mal ein bisschen mehr "Pep" in die Geschichte kam, es gab viele Oh-Nein-das-darf-doch-einfach-nicht-wahr-sein-Momente und das, was schon in der Mitte des Buches hätte passieren müssen, stellt natürlich das "tolle" Ende dar. Hätte die Autorin, das was ich auf den letzten paar Seiten befürchtet hatte, gemacht, hätte ich vermutlich ins Buch gebissen.

Mir ist ja klar, dass Spannung innerhalb der Geschichte aufgebaut werden soll und dass deshalb einige Dinge passieren, die mir nicht in den Kram passen und gegen den Strich gehen... Aber: Wenn ich das Gefühl habe, das kommt jetzt nur, damit es spannend bleibt, dann sitzte ich da und schüttle das Buch und den Kopf und hoffe, dass es bald besser wird. Leider hatte ich dieses Gefühl an einigen Stellen, deswegen würde ich auch sagen, dass mir der erste Band besser gefallen hat.
Auch dieser hatte am Anfang natürlich etwas Vor-sich-hin-Plätscherndes, aber dort fand ich es passend. In diesem Band eher nicht so.

Trotzdem mag ich die Geschichte um Lia, Rafe und Kaden. Im Gesamten gefällt mir die Geschichte bisher gut und das Buch war bei Weitem nicht so schlimm, wie es sich bis hierhin angehört hat. Wie gesagt, ließ es sich gut, flüssig und schnell lesen. Bei diesem Band hatte ich auch eher den Drang, weiterzulesen als bei Band I, was ein Pluspunkt ist. Es sind einige neue Charaktere aufgetaucht und es wurden Handlungsstränge für den nächsten Band begonnen, auf den ich schon gespannt bin (auch wenn der Klappentext nicht sehr vielsagend ist). Die Geschichte hat mich auf jeden Fall gut unterhalten. Aufgrund aller genannten Eindrücke, würde ich Band I für mich persönlich aber als besser einstufen.

Bewertung: 💝💝💝

Dienstag, 13. Juni 2017

Montagsfrage: Gibt es ein Buch, das du schon so oft gelesen hast, dass du nicht mehr weißt wie oft genau?

Ehrliche Antwort? Nein!
Natürlich habe ich schon Bücher mehrfach gelesen, wie z.B. Harry Potter oder Pippi Langstrumpf, aber eben nicht soo oft, dass ich nicht mehr wüsste, wie oft.

Ich glaube, das hat mehrere Gründe.

Einmal gibt es zum Beispiel so viele Geschichten, die erkundet und gelesen werden wollen, dass kaum Raum für "alte Geschichten" bleibt, da ich ein langsamer Leser bin und sonst das Gefühl bekomme, "gar nicht mehr hinterher zu kommen".
Außerdem gibt es wenige Geschichten, die mich bisher wirklich wirklich vom Hocker gerissen haben. Beziehungsweise habe ich auch oft Sorge, dass mich die Geschichte beim zweiten Mal nicht mehr so mitreißen kann, sondern sich wie alte Kamellen anfühlt und ich dann enttäuscht bin (so wie es empty bookshelves ergangen ist).

Ich gucke auch Filme selten mehrmals. Und wenn, dann eher, wenn der Film "leichtere Kost" war und mich einfach erfreut und erwärmt hat oder mir die Story wirklich gut gefallen hat. Da man aber für ein Buch immer länger als für einen Film braucht, sind die Hemmungen vielleicht auch größer?!

Es gab natürlich Geschichten, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind, z.B. "Der geheime Garten" oder "Eine Studie in Scharlachrot" und ich werde sie auch ganz bestimmt noch einmal zur Hand nehmen, aber momentan ist dafür nicht der richtige Zeitpunkt!

--- Bist du re-reader oder liest du lieber neue Geschichten? Hast du schon "totgelesene" Bücher im Schrank? --- Dieser Artikel ist die Antwort auf die von Buchfresserchen gestellte Montagsfrage. Mach doch gerne auch mit und setze deinen Artikel auf die Liste oder schreibe Buchfresserchen deine Antwort in die Kommentare :) ---

Donnerstag, 8. Juni 2017

Rezension: "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson

"Der Kuss der Lüge" ist Band I der "Chroniken der Verbliebenen", die - soweit ich weiß - vier Bände umfassen soll. Es hat 556 Seiten und ist im One-Verlag erschienen. Das Hardcover kostet 18 €. Und darum geht es:


Lia läuft am Tag ihrer arrangierten Hochzeit davon und beginnt, als Schankmädchen zu arbeiten. Zwei Männer sind ihr auf den Fersen: Einer, der sie töten soll, und der Prinz, den sie nicht heiraten wollte. Doch wer ist wer?

Wie einige andere vor mir auch, fand ich das Versteckspiel wirklich spannend. Ich hatte zwar vielleicht eine leise Ahnung zwischendurch, aber nicht selten habe ich diese in Frage gestellt. Trotzdem hatte dieses Versteckspiel nicht dazu geführt, dass ich das Buch unbedingt in die Hand nehmen und weiterlesen wollte. Es war nett - mehr erstmal aber auch nicht. Das lag zum Teil zwar auch daran, dass ich (wiedermal) nicht genügend Zeit hatte, um am Stück zu lesen, wodurch sich natürlich alles ziemlich in die Länge zieht, aber trotzdem sehe ich dieses Nicht-Verlangen als Schwachpunkt an, denn sonst hätte ich mir die Zeit ja vielleicht einfach genommen?!

Ab ungefähr der Hälfte nahm die Sache jedenfalls Fahrt auf und ich habe alles in einem Rutsch durchgelesen, weil ich es so interessant und spannend fand. Ich musste mir sogar jetzt im Anschluss direkt Band II holen, der Ende Mai erschienen war. Ich bin echt richtig angetan von Lias Geschichte und fiebere mit ihr mit. Die Geschichte weißt Elemente von Fantasy auf (es spielt in einer anderen Welt) und hat sogar einen epischen Anschlag.

Lia gefällt mir als Charakter gut und ich kann mich gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen auch nachvollziehen. Auch die beiden Männer sind gut dargestellt, mir allerhöchstens ein bisschen (auf ihre Art) zu ähnlich. Den Schreibstil finde ich super zu lesen, flüssig und sehr erzählerisch, aber nie zu ausschweifend.

Fazit: Ich mag die Geschichte sehr und kann das Buch wirklich weiterempfehlen, da es spannend ist bzw. wird und ein schönes Setting mit einer tollen Protagonistin erzählt. Einzig wegen der schleppenden Anfangsphase (die auch an mir lag, aber Rezensionen sind ja subjektiv) ziehe ich ein Pünktchen ab. Wenn es so weiter geht wie in Band I, dann hat die Reihe Potenzial, eine meiner neuen Lieblingsreihen zu werden.

Bewertung: 💝💝💝💝

Donnerstag, 1. Juni 2017

Unpacking Arvelle | Juni 2017

Es hat geklappt! Der Postbote hat mir ein Geschenk vor die Tür gelegt:














Ich war so richtig glücklich, als ich es gesehen habe! Zum zweiten Mal hab ich jetzt bei Arvelle bestellt und wie (viele andere vor mir auch) bin ich wieder von der Qualität überzeugt. Ich habe insgesamt fünf Bücher bestellt; zwei Mängelexemplare, drei Bücher, bei denen der Ladenpreis aufgehoben wurde. Die Preise sind einfach unschlagbar (dazu gleich mehr)!

Nun mal zu den einzelnen Büchern:

Hans Rath: "Und Gott sprach: Wir müssen reden!" 
Es geht um einen Psychotherapeuten, der einem unglückseeligen Zirkusclown begegnet, der sich für Gott hält und einen Therapeuten sucht.
Ich finde, dass der Inhalt einfach lustig, unterhaltsam und tiefgründig zugleich klang, deshalb habe ich es spontan in den Warenkorb gelegt. Das Buch ist nicht sonderlich dick, hat "nur" 270 Seiten, was ich ja immer ganz gut finde. Ursprünglich sollte es 8,99€ kosten und ist im Rowohlt Verlag erschienen. Auf der Rückseite hat das Buch einen Riss, aber für die Hälfte des Preises, ist das ok - und war ja zu erwarten bei Zustand "gut".

Patrick Ness & Siobhan Dowd: "Sieben Minuten nach Mitternacht"
Ein Junge, der jede Nacht Albträume hat, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist und mit einem Monster befreundet ist, muss lernen, loszulassen.
Das Buch ist im Goldmann Verlag erschienen und ist eine illustrierte Hardcover-Ausgabe. Ich habe mir sagen lassen, dass es sehr traurig sein soll. Da bald der Film kommt (oder ist der schon draußen?!), sollte ich das Buch bald lesen, denn danach will ich entscheiden, ob ich mir den Film überhaupt "zumuten" kann... Toll klingt es auf jeden Fall schon! Insgesamt hat das Buch 213 Seiten. An der unteren Buchkante ist einige Dellen, aber die sieht man ja nicht, wenn es im Regal steht, und ansonsten ist die Qualität (bis auf den Stempel) makellos.

Ken Follett: "Sturz der Titanen", "Winter der Welt" & "Kinder der Freiheit"
In der Jahrhundert-Trilogie geht es um drei Familien in drei Ländern während eines Jahrhunderts.
Ich habe Angst, weil alle drei Bände so dick sind, aber mehrere Freundinnen haben mir die Bücher sehr ans Herz gelegt und haben mir versprochen, dass es nicht zu kriegslastig bzw. zu detailreich dahingehend ist. Auch wenn mich die riesige Seitenzahl abschreckt, bin ich richtig gespannt auf den Inhalt! Und das Angebot war unschlagbar: Eigentlich kosten alle drei Hardcover fast 90€, doch im Dreierpack gab es sie für knapp 20€!! Zwar habe ich die Bücher schon bei einigen Buchhandlungen im Angebot gesehen, aber alle drei zusammen wären trotzdem immer teurer gewesen. Da musste ich jetzt einfach zuschlagen. Bei den drei Bänden wurde der Ladenpreis aufgehoben, sodass sie eingeschweißt zu mir gekommen sind und keine Delle, keinen Ratscher, kein gar nichts haben. Toll!

--- Hast du schon eines der Bücher gelesen? Wie fandest du sie? ---

Dienstag, 30. Mai 2017

Regalschätze: "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt

Bei einem Streifzug durch mein Bücherregal habe ich mal wieder ein Buch gefunden, das ich euch gerne vorstellen würde. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für mich war es die einzige Schullektüre, die mir von Beginn an gefallen hat.

In Dürrenmatts "Die Physiker" versucht Möbius die Welt vor seinen Erkenntnissen zu schützen, doch wie der Zufall es will, geht der Plan richtig schön nach hinten los... Typisch Dürrenmatt?!

Typisch Dürrenmatt! Durch das Vorwort und die 21 Punkte zu den Physikern wird der Sinn und Zweck von Dürrenmatts Denken deutlich, auch wenn es zunächst kryptisch wirkt. Er selbst bezeichnet das Stück als "Komödie", mutet es doch aber eher als Drama an. Für Dürrenmatt regiert der Zufall über den Fortgang von Geschichten. Bei vielen als "deus ex machina" verpönt, ist er bei Dürrenmatt der zentrale Punkt.


 Mir hat dieser Klassiker wirklich gut gefallen, da er auch die heutige Zeit noch widerspiegelt und immer wieder aktuell wird. Der Verlauf der Geschichte war allerdings zum Haare Raufen. Man kann es wirklich kaum glauben. Deshalb haben mich Möbius und der Fortgang des Stückes wirklich beeindruckt und noch heute bin ich davon sehr angetan. Da das Stück recht kurz ist, lässt es sich auch schnell lesen und ist auf jeden Fall eine Empfehlung! Gewarnt sei nur: Wie bei vielen Klassikern ist es nicht die modernste Sprache... Es ist aber trotzdem nicht schwer lesbar oder schwer verständlich.

Für mich gehören "Die Physiker" zu den Must-Reads!

Sonntag, 28. Mai 2017

Rezension: "Treffen sich zwei Gene" von Ernst Peter Fischer

Ernst Peter Fischer erklärt in seinem Sachbuch den Wandel unseres Erbguts und der Natur des Lebens. Er plädiert dafür, dass wir die Gene neu verstehen lernen müssen. Ernst Peter Fischer erklärt uns, dass man die Gene nicht mehr als starres Gebilde betrachten kann, da dies nach neuesten Erkenntnissen als überholt anzusehen ist. 

Ich fand Genetik in der Schule immer sehr interessant und da ich gerade Lust auf ein Sachbuch hatte, sprach mich dieses Buch direkt an. Allerdings hatte ich es mehr für einen Abriss davon gehalten, was Gene denn nun wirklich tun, es handelte sich jedoch eher um einen historischen Streifzug durch die Genforschung. Dieser Umstand hat es mir recht schwer gemacht zu verstehen, welche Erkenntnisse nun als haltbar und welche als überholt anzusehen waren, da immer wieder auf bereits vorgestellte Forschungsergebnisse zurückverwiesen und diese widerlegt oder ergänzt wurden.

Außerdem überstieg es leider mein Vorstellungsvermögen wie die Gene denn nun "funktionieren" sollen. Etwas anderes als ein starres Netzwerk kann ich mir einfach nicht vorstellen. Mag natürlich auch daran liegen, dass ich es vor fünf Jahren in der Schule noch etwas anders gelernt hatte. Wobei man natürlich bedenken muss, dass man im Rahmen des Biologieunterrichts nicht in die Tiefen und Einzelheiten eines Forschungsgebiets eintauchen kann. Leider!

Das Problem ist wohl der Umstand, dass der Forschung noch ganz viel fehlt. Es ist noch lange nicht alles aufgeklärt, was die Faszination der Gene ausmacht. Daher war es mir vielleicht auch nicht besser möglich, die Funktionsweise zu verstehen, da die weitergehende Einsicht allen fehlt. Es entstanden einfach viele Fragezeichen; allerdings Fragezeichen, die
einfach noch ungeklärt sind und dadurch nicht näher erläutert werden konnten.

Trotzdem hat Ernst Peter Fischer es wunderbar verstanden, mit einer guten verständlichen Sprache durch die Geschichte der Gene und der Genforschung zu führen, was unter dem vorher genannten Gesichtspunkt sehr hilfreich war. Mit dieser Sprache hat er auch die aktuellen Forschungsergebnisse möglichst genau erklärt, ohne dabei zu wissenschaftlich zu werden. Diese Schreibweise hat mir gut gefallen. Er hat auch einige interessante Thesen aufgeworfen.

Eine davon war z.B. dass die Menschen immer der Forschung die Schuld geben. Die Forscher entdecken etwas und dann erwarten die Menschen, dass sie erforschen, wie sie die Folgen ihrer Forschung wieder beseitigen oder eindämmen können. Dabei sind es alle Menschen, die nach Erkenntnissen dürsten, weshalb auch alle die Verantwortung dafür übernehmen müssten.
Eine These, die mich sehr angesprochen hat.

Das Buch endet auch mit Thesen und einem Plädoyer über das Verständnis von Genen, die einen nachdenklich hinterlassen.

Man muss sich bei der Lektüre dieses Sachbuchs darauf einstellen, dass man mit seiner Vorstellungskraft an seine Grenzen kommen könnte. Ernst Peter Fischer hat es für mich jedoch so einfach wie möglich gemacht. Das Buch hat nicht den Anspruch (wie ich vorher fälschlicherweise) "die Hosen runterzulassen" und die bekannten Puzzleteile über Gene zusammenzusetzen, sondern wirft das bisherige Bild über den Haufen und setzt es neu zusammen. Ich habe sehr viel über die Gene gelernt, auch wenn sie mir nun ein noch größeres Rätsel sind als zuvor. Doch manchmal muss man wohl von seinem Standpunkt abrücken?

Eine Leseprobe und weitere Infos findest du hier.

Bewertung: 💝💝💝

Samstag, 27. Mai 2017

Selbst-Experiment #1: "Schrankgeister" auf Wattpad

Ihr habt doch sicher mal vom NaNoWriMo (National Novel Writing Month) gehört, der im November stattfindet? Dieses Ding mit 30 Tagen, 50.000 Wörtern 😉
So etwas ähnliches plane ich nun als Selbst-Experiment. Ich möchte wieder mehr ins Schreiben kommen und etwas über mein Schreibverhalten (und potenzielle) Leser lernen. Deshalb habe ich das erste Kapitel eines Jugend-Kurzromans bei Wattpad hochgeladen. Das Ziel sind nicht (wie beim NaNO) 50.000 Wörter in 30 Tagen, sondern plottlos draufloszuschreiben und was so spontan "aus mir rauskommen kann".

Es geht um Eve, die 15 Jahre alt und für ihren Schwarm unsichtbar ist. Als sie eines morgens in seinem Schrank aufwacht, beginnt jedoch alles anders zu werden... 

Wieso ist sie in seinem Schrank aufgewacht? Wie kam sie dort hin?

Genau wie beim NaNo möchte ich mich selbst von der Geschichte überraschen lassen und vor allem möchte ich versuchen, den inneren Korrektor auszuschalten und die Geschichte "naturbelassen" fortsetzen. Ich bin gespannt, was und ob überhaupt etwas dabei herauskommt. Ich kann also nicht versprechen, dass diese Geschichte fortgeführt wird, aber dafür ist ein Experiment ja da. Es soll ausdrücklich ein Kurzroman sein, da ich vermute, dass die Geschichte insgesamt nicht allzu viel Plot hergeben wird, aber für mein Experiment ist das ausreichend. Schreib mir doch auch gerne in die Kommentare, ob du Interesse an Berichten darüber hast, wie es für mich läuft.

Ich freue mich sehr, wenn du dir die Geschichte durchliest und mir deine Meinung dazu sagst!
Hier der Link zu "Schrankgeister".