Dienstag, 17. Oktober 2017

Widerhall #5 | Kurzgeschichte

--- Meine Lieben, hier der fünfte (und letzte) Teil meiner Kurzgeschichte! Ich bin sehr gespannt, was ihr zum Ende sagt. Ich freu mich über jede Anmerkung (auch darüber wie ihr ein solches Format findet)! ---

Wie unfair das war! Wieso kündigte der mich einfach? Es war doch schon schwer genug, diese Arbeit zu finden... Ich versuchte, meinen Vater telefonisch zu erreichen, aber es war nur die Mailbox dran. Natürlich, er war sowieso nie für mich da gewesen.
Egal. Erstmal durchatmen. Ich setzte mich auf eine Parkbank. Hatte ich doch so viel falsch gemacht? Es war kaum zu glauben: Ab heute stand ich also ohne Job da. Die Zeitungsschlagzeilen heute morgen hatten es auch nicht gerade besser gemacht. Das Verhältnis von Ingo Köninger mit einem weiblichen Fan nach den Gerüchten, ob er denn nicht vielleicht schwul sei, waren natürlich DAS Thema, verhagelten mir aber bloß die Laune. Es war also doch wahr: Ich war nicht gut genug, für niemanden.
Ich versuchte noch einmal zu wählen. "Es tut mir alles so leid", flüsterte eine Stimme in den Hörer, ohne sich zu melden, "ich bin so froh, dass du dich meldest, aber es ist gerade ganz schlecht. Kannst du später nochmal anrufen?"
"Du hast mich mit ihr betrogen", sagte ich, keine Ahnung, wieso ich auch flüsterte.
"Ja, aber... Können wir das bitte später klären?!" Ich drückte das Gespräch weg. Verlassen ließ ich den Kopf hängen. Niemals hätte ich geglaubt, dass Ingo mir das für seine Karriere antun würde. Ich dachte, er liebt mich. Aber da hatte ich mich wohl getäuscht.
Langsam füllten sich meine Augen mit Tränen. Jetzt bloß nicht heulen, dachte ich, bleib stark. Aber ich wollte nicht stark bleiben. Alles in mir war so kalt und leer. Da war nichts mehr. Selbst als ich in den Himmel sah, fühlte er sich für mich schwarz an. Es lohnte sich nicht mehr. Ingo hatte mich dort rausgeholt, aus diesem Loch, doch jetzt waren die alten Gedanken wieder da, wie überflüssig ich doch war. Ich brachte der Welt nichts. Meine Gefühle waren wie festgefroren, konnte nicht sagen, was genau in mir vorging. Ich konnte nicht mehr, fiel in mich zusammen. Mühsam schleppte ich mich nach Hause. Zum Glück war niemand da. Ich kritzelte kurz ein paar Zeilen, dann schloss ich mich im Bad ein.

Die Tabletten wirkten nicht sofort. Vorsichtshalber ließ ich noch die Wanne voll laufen, eines von beiden würde schon seinen Dienst tun. Es ging so nicht mehr. Ingo hatte meinem Leben einen Sinn gegeben... dass er so etwas tun würde! Nein! Ich war auch für ihn wertlos. Und wer hatte sicherlich noch seine Finger im Spiel? Sein Manager, dieses Arschloch, mein Vater... Ich hätte es direkt ahnen müssen, was passieren würde, als diese Gerüchte in der Zeitung erschienen. Für niemanden hatte ich einen Wert. Wie konnte ich nur so blauäugig sein! Vielleicht hatte ich es aber auch nicht anders verdient. Mein Vater, für den war ich auch von Beginn an, nachdem meine Mutter weggelaufen war, ein Klotz am Bein. Keiner wollte mich haben und nun würde ich gehen. Weit weg von alledem.

Und als er ging, war alles, was er hinterließ, ein Zettel, auf dem stand: "Es tut mir leid. Euer Peter"



Samstag, 14. Oktober 2017

Die Blogger, sie sind real! #fbm17

Nun bin ich zurück von meinem Messetag!
Ich war so schrecklich aufgeregt, weil mir klar war, dass ich Menschen ansprechen würde müssen.... Und was soll ich sagen? Die Aufregung war mal wieder völlig umsonst!
All die lieben Menschen, die ich bisher nur von Twitter kannte - sie sind real! Und sie sind genauso offen und herzig wie auf Twitter. Es hat total Spaß gemacht, von einem Thema ins nächste zu kommen und sich auszutauschen. Irgendwie hatte man das Gefühl: Das passt einfach! Die Sympathie wurde bloß noch verstärkt, für mich auf jeden Fall.
Ich bin wirklich richtig stolz auf mich, dass ich mich auf die Messe getraut habe und nicht doch vor Angst gekniffen habe. Was ich gelernt habe, ist auf jeden Fall, dass ich mich unterhalten kann und dass es gar nicht sooo schlimm ist, mit jemandem blind-date-mäßig verabredet zu sein und einfach zu sagen: "Hey, ich bin Katharina!" Das ist gar nicht soo schwer. Falls ich dich nicht getroffen haben sollte, dann tut mir das sehr leid! Ich hätte gerne noch mit viel mehr von euch gequatscht, aber zwischendurch brauchte ich auch ein bisschen Verschnaufpause, um weiterhin offen bleiben zu können. Auch wenn ich gemerkt habe, dass ich sprechen kann, bin und bleibe ich grundsätzlich ein introvertierter Mensch.
Hinterher bin ich wirklich ganz glücklich von der Messe davon gefahren; der Tag hat mir so wunderbar gefallen! Und ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die ihn schön gemacht haben 😊
Ich habe vor, noch einen genauen Bericht zu liefern, aber das wird ein bisschen dauern, bitte seht mir das nach - diese Woche beginnen meine Prüfungen!

Ganz viel Liebe, von eurem Igel 💗

Dienstag, 10. Oktober 2017

Info: Frankfurter Buchmesse 2017

Hier nur kurz zwei Infos an alle Blogger unter euch:

  1. Bianca von Literatouristin hat initiiert, dass wir (Blogger) uns an einem türkisen (Seiden)Band als Buchbloggerbande erkennen!
  2. Um 16 Uhr am Samstag findet ein von Emily von Stopfi's Bücherwelten organisiertes Bloggertreffen in der Freundeskreis-Lounge im Foyer der Halle 4.0 statt. Ich werde wohl schon etwas vor 16 Uhr da sein, da ich sehr zeitnah dann zu meinem Zug muss. Ich freue mich auf jeden, den ich dort treffe! 😊
Mach doch gerne mit und wir können gerne ins Gespräch kommen, wenn wir uns treffen! Ich freu mich auf dich! 

Montag, 9. Oktober 2017

Widerhall #4 | Kurzgeschichte

--- Widerhall geht weiter! Was wohl nun passiert, nachdem der Mann des Fangirls von dem Ausrutscher erfahren hat? ---

Ich hatte es schon immer geahnt, wiederholte ich stets in meinen Gedanken. Schon immer geahnt, dass sie mehr als nur ein Fangirl war. Wer reiste denn seinem Star schon überallhin nach? Wer wusste denn, ob sie nicht noch mit anderen rummachte? Ich ließ mich schwerfällig ins Auto fallen und schnaufte laut ein und aus. Ich kam mir betrogen und bloß gestellt vor. Hoffentlich war die nachher verschwunden, ich wollte die niemals wiedersehen!
Mein Fahrstil war an diesem Tag rasant, ich musste es einfach rauslassen, auch wenn ich mit meiner Familienkutsche bestimmt lächerlich wirkte.
In der Firma angekommen, maulte ich den erstbesten an, grüßte keinen auf dem Weg nach oben in mein Büro. Als mir schon wieder der schüchtern dreinblickende, stille Typ vor die Füße lief und fast einen der gestapelten Ordner fallen ließ, schnauzte ich auch ihn an. Trottel! Konnte der nicht aufpassen! "SIE", polterte ich, "SIE sehe ich in einer halben Stunde in meinem Büro!"
Mit aufgerissenen Augen nickte er hastig, umklammerte seine Ordner und flüchtete geradezu vor mir. Dann platzierte ich mich an meinem riesigen Schreibtisch, breitete stolz die Arme aus und fühlte sie, die Macht. Nein nein, diese Frau konnte mich nicht klein kriegen, ganz sicher nicht!

Als es an meiner Tür klopfte, war ich verwundert, dass der schüchterne Junge gar nicht so zaghaft anklopfte, wie ich es erwartet, hatte. Auch stand er gar nicht wie ein Weichei vor mir. Das gefiel mir. Ich grinste.
"Darf ich mich setzen?", fragte er freundlich, aber selbstbewusst.
"Sie sind gefeuert." Ich grinste noch breiter und hielt mir genüsslich den dicken Bauch. Das tat soo gut!
"Ich habe meine Arbeit immer korrekt gemacht." Ohhh, er will mir widersprechen. Keine Chance. Und so wie ich ihn einschätzte, würde er sicherlich auch keine Lust auf einen Rechtsstreit haben; also saß ich am längeren Hebel!
"Nein, ich bin unzufrieden." Mein Grinsen wurde immer breiter, mein Blick selbstgefälliger. Ach, ich liebte mich!
"Sie werden von mir hören", sagte er nur und ging.
Genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich schloss die Augen, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und atmete tief durch. Endlich konnte ich mich wieder gut fühlen.

Montag, 2. Oktober 2017

Widerhall #3 | Kurzgeschichte

--- Der Schauspieler, über den in der Presse das Gerücht rumgeht, schwul zu sein, hat nach den Vorstellungen seines Managers gehandelt.
Nun hier also der dritte Teil meiner Kurzgeschichte! Aber danach geht es noch weiter 😉 Viel Spaß beim Lesen! ---

Ein Traum ist wahr geworden! Eine Nacht mit Ingo Köninger, dem besten Schauspieler der Welt! Das Herz hatte mir so sehr geflattert in seinen Armen, ich hätte alles für ihn getan, aber eigentlich war es auch schnell vorbei. Er wirkte danach etwas zerstreut, deshalb hatte ich nicht mehr damit gerechnet, aber in der Zimmertür hatte er mich noch einmal lang und intensiv geküsst. Wie der küsste! Wie der Himmel!

Ich war noch völlig im Schwärmen, da wurde meine Freude jäh gedämpft, weil mein Mann im Wohnzimmer saß und auf mich wartete. Sein Gesicht sagte alles.
"Schatz", säuselte ich, "du bist ja noch wach!"
"Ja, offensichtlich. Und du kommst gerade erst nach Hause", stellte er trocken fest und verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Augen wurden klein, als wollte er irgendwas an mir ausmachen.
"Der Abend war wunderbar!" Ich schenkte ihm ein Lächeln.
"Pah, Abend!", er spukte es quasi aus, seine Stimme triefte vor Verächtlichkeit. "Es ist mitten in der Nacht. Ich glaube dir nicht länger, dass du nur diesem Ingolf König zugejubelt hast!"
"Er heißt Ingo Köninger", verbesserte ich und stand auf, um mich der Diskussion entziehen zu können. Tatsächlich sagte mein Mann nichts mehr und ich war im dankbar dafür; ich war müde und wollte in mein Bett - von Ingo träumen! Ich spürte seine hastigen Berührungen noch immer überall.

Doch die Debatte hatte natürlich noch kein Ende gefunden. Ich hatte es nicht bemerkt, aber die Presse hatte davon Wind bekommen, ich konnte es nicht mehr leugnen, als mein Mann mir am nächsten Tag die Schlagzeile präsentierte.
"Ich hatte es immer geahnt!", schrie mein Mann aufgebracht und stützte sich auf den Tisch. Es verwunderte mich wirklich, wie das Bild von mir, wie ich den Zettel von Ingo zugesteckt bekam und wie er mich in der Zimmertür noch einmal küsste, auf der Titelseite prangte, aber ich empfand keine Scham. Ich freute mich! Nur dass mein Mann es jetzt wusste, war natürlich unglücklich. Es war wohl Besänftigung angebracht. "Es tut mir leid."
"Nein, das tut es nicht!", widersprach er mir. Er hatte recht, aber nur zum Teil. Es tat mir nicht leid, was ich getan hatte, aber es tat mir leid, ihn zu verletzen. Doch diese Nacht werde ich nie vergessen, sie war etwas ganz besonderes. Ich konnte nur hoffen, dass mein Mann das verstand.
Doch das tat er natürlich nicht.
"Ich will dich hier nicht mehr sehen, wenn ich aus der Firma nach Hause komme." Er sagte es leise, aber bestimmt. Es gab kein Vertun. Was sollte ich jetzt machen?
"Okay", sagte ich nur und die Ernstlichkeit der Lage und meines Handelns wurde mir schlagartig bewusst.